Notfall
Notfall
Perioperative Anästhesie

Unser erfahrenes Anästhesieteam sorgt mit viel Verantwortungsbewusstsein und Empathie dafür, dass Operationen ohne Schmerzen und unter Überwachung und Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen des Herz-Kreislaufsystems und der Atmung stattfinden können. Modernste Narkose- und Überwachungstechniken kommen zum Einsatz, um ein Höchstmass an Sicherheit und Komfort zu erreichen. Neben einem hohem Qualitäts- und Risikobewusstsein, legen wir ganz besonderen Wert auf die persönliche Zuwendung. Unser Anspruch ist es, dass sich die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten, vor, während und nach der Narkose sicher und wohl fühlen.

Vorgespräch

Durch unsere Fachärztinnen und Fachärzte erfolgt in der Regel einige Tage vor der Narkose bzw. vor der Operation ein Aufklärungs- und Beratungsgespräch. Dabei können auch bestehende Krankheiten oder allfällige Risiken festgestellt werden. Falls es erforderlich sein sollte, werden weitere Untersuchungen angeordnet. Unter Berücksichtigung aller Befunde wird dann zusammen mit der Patientin / dem Patienten das am besten auf die individuelle Situation und Operation passende Narkoseverfahren besprochen. In dem meisten Fällen erfolgt der Eintritt in das Spital anschliessend erst am Tag der Operation.

Ambulante Operationen

Operative Eingriffe werden in steigendem Masse ambulant durchgeführt. Moderne Narkose- und Operationstechniken ermöglichen dies. Patientinnen und Patienten, welche ambulant behandelt werden, werden vor und nach dem Eingriff in unserer Tagesklinik betreut. Sofern die Möglichkeit der Betreuung im häuslichen Umfeld gegeben ist, kann die Entlassung ambulanter Patientinnen und Patienten in der Regel bereits 2-4 Stunden nach dem Eingriff erfolgen.

Anästhesieverfahren

Im Spitalverbund Appenzell Ausserroden werden alle modernen Anästhesieverfahren angeboten und eingesetzt, sowohl einzeln als auch in Kombination, wenn sich daraus ein Vorteil für die Patienten ergibt. Zu den Verfahren gehören:

  • Allgemeinanästhesie (Vollnarkose): Die Allgemeinanästhesie ist ein Verfahren, das mit der Ausschaltung des Bewusstseins einhergeht. Sie kommt zur Anwendung, wenn es die Operation erfordert oder wenn die Patienten dies ausdrücklich wünschen. Unter lückenloser Überwachung aller wichtiger Körperfunktionen wird die Vollnarkose bei uns üblicherweise mit der gut steuerbaren, kurzwirksamen und nebenwirkungsarmen TIVA/TCI (totale intravenöse Anästhesie) durchgeführt. Nebenbei schonen wir somit durch den Verzicht auf Narkosegase auch die Umwelt. Die Risiken einer Narkose sind in der Regel gering. Die Narkosetiefe kann gemessen und jederzeit angepasst werden. Um die möglichen Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Erbrechen zu verhindern, verabreichen wir hierfür bereits präventiv Medikamente. Auch mit der Schmerzmittelgabe beginnen wir schon während der Narkose, um ein möglichst schmerzfreies Aufwachen zu gewährleisten. Mit gezielter Wärmezufuhr sorgen wir für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur. Nach grösseren Operationen oder bei bestimmten Vorerkrankungen ist nach einer Operation jederzeit eine Überwachung auf der Intensivstation möglich.

 

  • Regionalanästhesie (Teilnarkose): Teilnarkosen kommen für viele Eingriffe als alleiniges Verfahren in Frage und bieten in Abhängigkeit von bestimmten Vorerkrankungen oft Vorteile. Sie können aber auch in Kombination mit einer Allgemeinanästhesie angewendet werden. Meist wird dann ein Schmerzkatheter eingeführt, um die operierte Region für mehrere Tage schmerzfrei zu halten. Auf Wunsch können wir den Patienten zur Anlage oder während des Eingriffes zusätzlich eine Sedation (Dämmerschlaf) anbieten oder Patienten hören Musik über einen Kopfhörer.
    Man unterschiedet rückenmarksnahe Verfahren (Spinalanästhesie/Periduralanästhesie) und periphere Regionalanästhesien:

    Spinalanästhesie Bei der Spinalanästhesie wird eine kleine Menge eines örtlichen Betäubungsmittels in den Rückenmarkskanal appliziert und damit eine mehrere Stunden anhaltende Empfindungslosigkeit in der unteren Körperhälfte erzeugt.
    Periduralanästhesie (PDA) Bei der Periduralanästhesie wird ein dünner Schmerzkatheter vor dem Rückenmarkskanal gelegt. Durch das Katheterverfahren kann die Schmerzfreiheit über mehrere Tage gewährleistet werden. Sie wird oft als zusätzliches Verfahren zur Allgemeinanästhesie bei grösseren Operationen in der Bauch- oder Brusthöhle angewandt.
    Periphere Regionalanästhesie Bei der peripheren Regionalanästhesie werden einzelne Nerven oder Nervengeflechte (Plexus) mit einem örtlichen Betäubungsmittel umspült. Dies führt zur Schmerzfreiheit und meist auch zu einer Bewegungsblockade der betreffenden Körperregion. Diese Nervenblockaden führen wir mit Hilfe von Ultraschalltechnik durch. Diese Verfahren eignen sich in besonderem Masse für Eingriffe und zur postoperativen Schmerztherapie im Schulter/Arm- und Handbereich sowie an den Beinen und Füssen. Die häufigsten Blockaden werden am Hals, im Bereich des Schlüsselbeins, in der Achselhöhle, in der Leiste oder in der Kniekehle durchgeführt. Für kurze Eingriffe im Bereich der Hand kann diese mit der intravenösen Regionalanästhesie (IVRA) betäubt werden. Bei dieser Technik wird nach Unterbrechung der Blutzirkulation durch eine stramm sitzende Manschette ein Lokalanästhetikum in eine Vene der Hand eingespritzt. Periphere Regionalanästhesien sind ein besonderer Schwerpunkt in unserem Spitalverbund.
    Lokale Infiltrationsanästhesie Die einfachste Form der Regionalanästhesie ist die lokale Infiltrationsanästhesie (LA), bei der nur das Wundgebiet betäubt wird. Auch diese Form kann bei Bedarf mit einem leichten Dämmerschlaf kombiniert werden.
Schmerzmanagement

Im Spitalverbund AR besteht ein interdisziplinäres, abgestuftes Behandlungskonzept bei postoperativen Schmerzen nach festgelegten Standards. Bei stärkeren Schmerzen bieten wir ein Verfahren an, mit dem sich die Patientinnen und Patienten situationsgerecht selbstständig starke Schmerzmittel intravenös verabreichen können (PCA). In speziellen Fällen werden nach Möglichkeit kontinuierliche regionale Analgesieverfahren mit Schmerzkathetern eingesetzt.

Schmerzarme Geburt

Die Geburt eines Kindes gehört zu den aufregendsten und schönsten Erfahrungen in unserem Leben. Jede Frau erlebt die Geburt ihres Kindes anders und empfindet die unter der Geburt auftretenden Wehenschmerzen unterschiedlich intensiv. Neben vielen anderen schmerzlindernden Methoden ist die Periduralanästhesie (PDA) die wirksamste Methode zur Linderung von Wehen- und Geburtsschmerzen. Dieses Verfahren wird durch eine Anästhesistin/einen Anästhesisten durchgeführt und steht in unseren Spitälern zu jeder Zeit zur Verfügung. Über eine Schmerzmittelpumpe können die werdenden Mütter die Schmerzmittelabgabe teilweise selbst steuern. Ist eine PDA nicht möglich oder wird diese abgelehnt, ist unter bestimmten Voraussetzungen auch der Einsatz einer Remifentanil-PCA möglich. Hierbei kann sich die werdende Mutter ein ultrakurzwirkendes, sehr potentes Schmerzmittel mit Hilfe einer Spritzenpumpe selbst intravenös verabreichen.
Ein Kaiserschnitt wird in der Regel in einer Teilnarkose durchgeführt. Meist verbleibt das Neugeborene dann während des Aufenthalts im Operationssaal auf der Brust der Mutter (Bonding). Der Vater kann ebenfalls im Operationssaal anwesend sein. In absoluten Notfällen führen wir die Kaiserschnittentbindung unter Allgemeinanästhesie durch.

Management innerklinischer Notfallsituationen

Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachabteilungen betreiben wir rund um die Uhr einen Reanimationsdienst und eine strukturierte Schockraumversorgung schwer verletzter oder kritisch kranker Patientinnen und Patienten. Regelmässige interne Schulungen unter Beteiligung aller erforderlichen Fachdisziplinen stellen eine professionelle und hoch effiziente innerklinische Notfallversorgung sicher.

Fort- und Weiterbildung

Um den jeweilig neuesten Stand der Wissenschaft zu gewährleisten bilden sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anästhesie regelmässig in internen und externen Fortbildungen fort. Der Spitalverbund AR bietet in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital St. Gallen die Weiterbildung zum/zur Dipl. Expertin/Experte Anästhesiepflege NDS HF an. Angehende Ärztinnen und Ärzte können am Ende des Studiums einen Teil ihrer praktischen Ausbildung bei uns als Unterassistenten leisten:

Kontakt
Standort(e)
Spital Herisau

Werdstrasse 1 A
9410 Heiden
T  071 898 64 41
heiden.chirurgie@svar.ch




PD Dr. med. Stephan Blumenthal
Departement Anästhesiologie SVAR