Notfall
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Psychiatrisches Zentrum AR
Symposium 2013
Thema «Sucht und Familie»
Programm 26. September 2013, 13.30–18.00 Uhr

13.30 Uhr: Begrüssung

  • Dr. Matthias Weishaupt, Regierungsrat, Leiter Departement Gesundheit Appenzell Ausserrhoden
  • Axel Weiss MaHM, Chefarzt, Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden

 

13.45 Uhr: Referat «Hintergründe und Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder und Eltern aus alkoholbelasteten Familien»

Irene Abderhalden, Vizedirektorin und Leitung Prävention Sucht Schweiz, Lausanne

 

14.45 Uhr: Referat «Prinzipien und Merkmale einer systemischen Suchttherapie»

Dr. phil. Rudolf Klein, Diplom-Sozialpädagoge und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Lehrtherapeut und Lehrender Supervisor SG, in freier Praxis tätig.

 

15.45 Uhr Pause (Buffet)

 

16.45 Uhr: Referat «Hilfe, mein Mann will sich nicht ändern!»

Dr. med. Ulrich Kemper, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt Zentrum für Suchttherapie LWL-Klinikum Gütersloh und Bernhard-Salzmann-Klinik Gütersloh

 

18.00 Uhr: Ende

 

Anrechenbare Credits

SGPP: 3 Credits
SGIM und SGAM: 3 Credits (erweiterte Fortbildung)

Referat / Details / Download Irene Abderhalden

Irene Abderhalden, Vizedirektorin und Leitung
Prävention Sucht Schweiz, Lausanne: «Elternschaft und Suchterkrankung: Ein doppeltes Tabu?
»

Ein grosser Teil der Menschen mit einer Suchtproblematik tragen Verantwortung für Kinder. Von den Auswirkungen, welche eine Suchterkrankung eines oder beider Elternteile auf die Familienatmosphäre hat, sind die Kinder besonders betroffen. Ungefähr 30% der Kinder alkoholabhängiger Eltern leiden im späteren Leben selber an einer Suchterkrankung. Damit gelten sie als grösste bekannte Risikogruppe hinsichtlich der Entwicklung einer Suchtproblematik. Bei genügend Schutzfaktoren jedoch sind diese Kinder imstande, eine autonome und gesunde Persönlichkeit zu entwickeln. Die grosse Herausforderung besteht darin, gefährdete Kinder bzw. ihre Eltern frühzeitig zu identifizieren und adäquate Hilfe anzubieten. Scham, Schuld oder die Angst vor einem Eingriff in ihr Elternrecht erschweren suchtkranken Eltern häufig den Zugang zur Hilfe. Es scheint, dass Sucht und Elternschaft einem doppeltem Tabu gleichkommt.

Der Beitrag von Irene Abderhalden, Vizedirektorin von Sucht Schweiz, thematisiert Schutz- und Risikofaktoren von suchtranken Eltern und deren Kindern sowie mögliche Handlungsansätze.

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Referat / Details / Download Dr. phil. Rudolf Klein

Dr. phil. Rudolf Klein, Diplom-Sozialpädagoge und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Lehrtherapeut und Lehrender Supervisor SG, in freier Praxis tätig.: «Prinzipien und Merkmale einer systemischen Suchttherapie»

Aus einer systemischen Perspektive lässt sich eine stoffgebundene Abhängigkeit durch Verknüpfung zweier Hypothesen erklären: Einerseits durch eine Selbstorganisationshypothese, die die wechselseitig sich stabilisierenden und im Zeitverlauf chronifizierenden Dynamiken des psychischen, des biologischen und des sozialen Systems berücksichtigt. Und andererseits durch eine lebensgeschichtliche Hypothese, die spezifische biografische Erfahrungen fokussiert.
Bei beiden Hypothesen spielen familiäre Erfahrungen und deren Verarbeitung eine besondere Rolle: Sowohl das familiäre Klima in der jeweiligen Herkunftsfamilie als auch die Lebensbedingungen in den gegenwärtigen Paar- und Familienbeziehungen gilt es im Verlauf einer Therapie zu berücksichtigen.
Der Vortrag wird sich schwerpunktmäßig diesen familiären Beziehungen widmen und Überlegungen zum therapeutischen Umgang mit solchen Dynamiken liefern.

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Referat / Details / Download Dr. med. Ulrich Kemper

Dr. med. Ulrich Kemper, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt Zentrum für Suchttherapie LWL-Klinikum Gütersloh: «Hilfe, mein Mann will sich nicht ändern!»
Angehörigenarbeit bei Suchtkranken ohne Behandlungsbereitschaft: Community Reinforcement Approach Family Training (CRAFT).

Hausärzte, Suchttherapeuten und andere Helfende sind oft mit Angehörigen von Abhängigen konfrontiert, bei denen der Betroffene bis jetzt wenig oder keine Behandlungsbereitschaft erkennen lies.
Mit dem Community Reinforcement Approach Family Training liegt ein neuer Therapieansatz vor, der sich gut mit bewährten Behandlungs- und Beratungsmethoden vereinbaren lässt und sich insbesondere in US-amerikanischen Studien als hoch wirksam erwiesen hat.

Es werden primär drei Ziele verfolgt:
1. Verbesserung der Lebensqualität des Angehörigen
2. Reduktion des Substanzkonsums des Betroffenen
3. Motivation zur Behandlungsaufnahme des Betroffenen

Die einzelnen Module des Therapieverfahrens werden vorgestellt und ihre Anwendungen an Fallbeispielen erläutert.

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