Notfall
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Psychiatrisches Zentrum AR
Symposium 2012
Thema «Update medikamentöser Behandlungen»
Programm 20. September 2012, 13.30–18.00 Uhr

13.30 Uhr: Begrüssung

  • Dr. Matthias Weishaupt, Regierungsrat, Leiter Departement Gesundheit Appenzell Ausserrhoden
  • Axel Weiss MaHM, Chefarzt, Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden

 

13.45 Uhr: Referat «Substitutionsbehandlung zur Förderung an Teilhabe und Lebensqualität»

Dr. med. Thomas Kuhlmann, Chefarzt Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach, Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen

 

14.45 Uhr: Referat «Das ABC der medikamentösen Rückfallprophylaxe bei Alkoholproblemen»

Dr. med. Herbert Leherr, Leitender Arzt Bereich Abhängigkeitserkrankungen/Forensik, Psychiatrische Dienste Thurgau

 

15.45 Uhr Pause (Buffet)

 

16.45 Uhr: Referat «Benzodiazepine und Sucht: Therapie? Substitution? Entzug?»

Dr. med. Carlo Caflisch, Oberarzt Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

 

18.00 Uhr: Ende

Dr. med. Th. Kuhlmann

Dr. med. Th. Kuhlmann, Chefarzt Klinikum Oberberg: «Substitutionsbehandlung zur Förderung an Teilhabe und Lebensqualität»

Die Substitutionsbehandlung opiatabhängiger Patienten ist eine elementarer Be-standteil wirksamer Hilfsangebote, um Überleben zu sichern, Ausgrenzung zu über-winden, Lebensqualität zu verbessern und Teilhabe zu erreichen. Als ein Baustein im Rahmen mehrdimensionaler Behandlung ist die homologe Substitution Opiatabhängiger ebenso wie Abstinenz Mittel statt Selbstzweck und beinhaltet Chancen und Grenzen.

Erfahrungen mit Substitutionsbehandlung in unterschiedlichen Behandlungssettings – ambulanter Substitution, stationärem Drogenentzug und stationärer medizinischer Rehabilitation (Entwöhnungsbehandlung bzw. Langzeittherapie) – werden dargestellt. Als Teil mehrdimensionaler und berufsgruppenübergreifender Behandlung ist Substitution häufig unverzichtbar, Fundament der Behandlung ist jedoch stets der Aufbau einer belastbaren und vertrauensvollen therapeutischen Beziehung mit aktiver Einbeziehung des Patienten im Sinne des Motivational Interviewing und die aktive Vernetzung mit an-deren Hilfsangeboten und Lebensbereichen.

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Dr. med. Herbert Leherr

Dr. med. Herbert Leherr, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH: «Das ABC der medikamentösen Rückfallprophylaxe bei Alkoholproblemen»

Von Antabus über Baclofen zu Campral und Naltrexon stehen eine Palette bewährter und neuer Medikamente zur Verfügung, um die Behandlungschancen von Patienten mit Alkoholproblemen zu erhöhen. Das Referat gibt einen praxisnahen Überblick über den Einsatz dieser Substanzen, ihre Chancen und ihre Grenzen.
Angaben zur Person: Seit 1972 beschäftige ich mit Sucht-Themen, angefangen von der Mitarbeit in einer „Teestube“ für Drogenabhängige in Konstanz, als Krankenpfleger in der stationären Drogentherapie und später nach meinem Medizinstudium in der ambulanten und stationären Behandlung von abhängigkeitserkrankten Personen, seit 2 Jahren bin ich Leitender Arzt des Bereichs Abhängigkeitserkrankungen der Klinik Münsterlingen im Thurgau. Im Netzwerk des „Forum Suchtmedizin Ostschweiz“ engagiere ich mich seit vielen Jahren als Vorstandsmitglied für die Vernetzung von Hausärzten, Beratungsstellen und Kliniken im Suchtbereich (www.fosumos.ch) . Ebenfalls bin ich seit Jahren im Vorstand der Schweizer Suchtmediziner (www.ssam.ch) und in vielen kantonalen und nationalen Gremien, die sich um Suchtthemen kümmern. Und die Arbeit macht mir heute noch mehr Freude, wie vor 40 Jahren.

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Dr. Caflisch

Dr. Caflisch
«Benzodiazepine und Sucht: Therapie? Substitution? Entzug?
»

«Bei Medikamenten-, Alkohol- und Drogenabhängigkeit sollten Benzodiazepine (BZD) nicht verordnet werden, es sei denn zur Behandlung von akuten Entzugserscheinungen wie Tremor und Angstzuständen bei Alkoholikern.»
(Aus dem Arzneimittelkompendium 2012 unter den Kontraindikationen für Seresta®/- forte).
Das ist die Theorie. In der Praxis läuft das nicht so einfach. Trotz der bekannten Risiken von kognitiven Beeinträchtigungen, insbesondere mnestischen Störungen, Unfällen, Überdosierungen und Abhängigkeit erhalten auch «Suchtkranke» mehr oder weniger grosszügig BZD verschrieben.
Eine relativ kleine Gruppe entwickelt eine schwere BZD-Abhängigkeit mit Einnahme von zum Teil grotesk hohen Dosen und entsprechend schweren kognitiven Beeinträchtigungen. Ob bei diesen Patienten nur Entzugsbehandlungen indiziert sind oder ob es auch eine Indikation für die Substitution gibt, wird diskutiert.

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