Notfall
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Psychiatrisches Zentrum AR
Symposium 2010
Programm 16. September 2010, 13.30–18.00 Uhr

13.30 Uhr: Begrüssung

  • Dr. Matthias Weishaupt, Regierungsrat, Leiter Departement Gesundheit Appenzell Ausserrhoden
  • Michael Eichler, Oberarzt Entzugs- und Therapiestation für Suchtkranke, Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden

 

13.45 Uhr: Referat «Neurokognitive Dysfunktionen – eine häufig übersehene ‹komorbide› Entität bei Substanzabhängigkeit»

lic. phil./M.A. Kenneth M. Dürsteler-MacFarland, Klinischer Psychologe und Forschungsmitarbeiter UPK Basel und PUK Zürich im Bereich Abhängigkeitserkrankungen

 

14.30 Uhr: Referat «Komorbidität Psychose und Sucht»

Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Chefärztin Abt. Allgemeine Psychiatrie II und Ärztliche Direktorin LVR-Klinik Köln, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln

 

15.15 Uhr Pause (Buffet)

 

16.15 Uhr: Referat «Den Kummer ertränken – Traumatisierungen und Posttraumatische Störungen bei Suchtkranken»

Dr. med. Ingo Schäfer, MPH, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg

 

17.00 Uhr: Referat «Eine Krankheit kommt selten alleine: ADHS und Sucht.»

Prof. Dr. med. Dominique Eich-Höchli, Leitende Ärztin, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich und Leiterin ADHS-Sprechstunde PUK Zürich

 

18.00 Uhr: Ende

lic. phil./M.A. Kenneth M. Dürsteler-MacFarland

lic. phil./M.A. Kenneth M. Dürsteler-MacFarland

«Neurokognitive Dysfunktionen – eine häufig übersehene ‹komorbide› Entität bei Substanzabhängigkeit»
Neurobiologische Befunde zeigen, dass der chronische Konsum psychotroper Substanzen infolge zellulärer und molekularer Adaptationsprozesse zu Hirnveränderungen führt. Damit assoziiert treten auf körperlicher, Verhaltens- und kognitiver Ebene eine Reihe von Phänomenen auf, die eine Substanzabhängigkeit im Sinne einer kompulsiven Substanzstörung kennzeichnen. Zudem mehren sich die Hinweise, dass die neuronale Integrität bei kompulsivem Substanzkonsum nachhaltig beeinträchtigt sein kann. So finden sich morphologische und funktionelle Veränderungen, die neuronale Schädigungen implizieren. Inwieweit solche Veränderungen reversibel sind und inwiefern sie sich auswirken, ist bislang ungeklärt. Allerdings offenbaren substanzabhängige Menschen gehäuft neurokognitive Leistungseinbussen und Eigenarten. Unter anderen sind Funktionen betroffen, die für eine adäquate Handlungssteuerung und –kontrolle wichtig sind. Derartige neurokognitive Störungen haben wesentliche theoretische und klinische Implikationen.

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Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank

Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank

«Komorbidität Psychose und Sucht»

Die hohe Komorbidität von Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis mit Missbrauch und/oder Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen stellt ein bedeutendes klinisches Problem dar. Von besonderer Relevanz ist die Frühverlagerung psychoti¬scher Erstmanifestationen und das Triggern psychotischer Rezidive durch den Can¬nabiskonsum. Insgesamt hat die Komorbidität einen negativen Einfluss auf die Compliance und den Verlauf der Patienten, die als schwer behandelbar gelten. Im Vortrag wird insbesondere auf die Konsequenzen der Komorbidität für die Therapie¬planung und auf die psychotherapeutisch/psychosozialen Elemente einer integrierten Behandlung eingegangen.

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Dr. med. Ingo Schäfer, MPH

Dr. med. Ingo Schäfer, MPH

«Den Kummer ertränken – Traumatisierungen und Posttraumatische Störungen bei Suchtkranken»
Viele Menschen mit Suchterkrankungen waren im Verlauf Ihres Lebens traumatischen Erfahrungen ausgesetzt. Oft bestimmen sie bereits das Klima in der Herkunftsfamilie und setzen sich über die Lebensspanne hinweg fort. Bei Betroffenen bestehen häufig offensichtliche Zusammenhänge mit dem Substanzkonsum, der nicht selten als nachvollziehbare Bewältigungsstrategie verstanden werden kann. Eine besondere Bedeutung kommt dabei posttraumatischen Störungen, wie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu, die zu den häufigsten Komorbiditäten im Suchtbereich zählt. Praxisberichte wie empirische Studien legen nahe, dass die PTBS und andere Folgen traumatischer Erfahrungen die Suchttherapie erschweren oder ihren Erfolg ganz in Frage stellen, wenn sie nicht im Rahmen der Therapie spezifisch berücksichtigt werden. Im Vortrag wird ein Überblick über die Bedeutung posstraumatischer Störungen bei Suchtkranken gegeben und Konsequenzen für das Hilfesystem daraus abgeleitet, von der „traumasensiblen Behandlung“ bis zur integrativen Psychotherapie von Trauma und Sucht.

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Prof. Dr. med. Dominique Eich-Höchli

Prof. Dr. med. Dominique Eich-Höchli

«Eine Krankheit kommt selten alleine: ADHS und Sucht.»

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