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Medienmitteilungen

 

Öffentlicher Arztvortrag "Sitzen wie ein König" vom 01. Juli 2009 in Heiden

Anale Beschwerden? Das Wichtigste, damit es bessert - Erst mal darüber sprechen

Von Hämorrhoiden bis zu unkontrolliertem Stuhlabgang
Der öffentliche Arztvortrag des Spitals Heiden zum Thema „Sitzen wie ein König“ interessierte eine grosse Zuhörerschaft. Eingangs begrüsste Othmar Kehl, Chefarzt Medizin am Spital Heiden die beiden Referenten Alain Gigon, Hausarzt in Heiden, sowie Federico Goti, Chefarzt Chirurgie am Spital Heiden. Er unterstrich, dass der Ansprechpartner für anale Beschwerden in erster Linie der Hausarzt sei. Im Spital finde der Hausarzt für invasive Eingriffe einen Partner und der Patient einen Spezialisten.
Von Verstopfung und Hämorrhoiden
Hausarzt Alain Gigon zeigte auf, dass schon der französische „Sonnenkönig“ unter einer schmerzhaften analen Fistel gelitten hatte und sich deshalb stehend und nicht sitzend porträtieren liess. Heute sind die häufigsten analen Beschwerden Verstopfung, Juckreiz, Ekzeme und Hämorrhoiden. Es besteht eine grosse Heilungschance, sowohl auf dem konservativen Weg als auch bei nötigen chirurgischen Eingriffen. Wer an Juckreiz, Brennen, Knotenbildung, Blutabgang oder Blut am WC-Papier, Verstopfung und Durchfall oder unwillkürlichem Stuhlabgang leidet, sollte das mit seinem Hausarzt besprechen. Die Therapie ist breit gefächert und muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Zur Behandlung ohne Operation können neben Salben, Zäpfchen, Tabletten auch kühlende Sitzbäder hilfreich sein. Nachdem Alain Gigon von den vielfältigen Therapien, die in der Praxis möglich sind, gesprochen hatte, zeigte Chefarzt Federico Goti die verschiedenen Operationstechniken auf. Ohne Narkose und ambulant behandelt der Spezialist Hämorrhoiden mit Gummiligaturen. Bei hartnäckigen Fällen ist eine Operation unumgänglich.
Analfissuren, -fisteln und –abszesse
Bei Analfissuren, Kleinstverletzungen, welche die Schleimhaut betreffen aber auch bis zum Schliessmuskel reichen können, wirkt bei akuten Fällen eine konservative Behandlung mit Stuhlregulation und spezifischen Salben. Chronische Fissuren werden chirurgisch und meist zusätzlich mit Botox behandelt. Analfisteln sind feine Gänge, die herausgeschnitten werden können. Eine unbehandelte Fistel kann zu Muskelschädigungen und damit zu Stuhlinkontinenz mit unkontrollierbarem Stuhlabgang führen. Auch hier kann chirurgisch geholfen werden. In der Erprobung befindet sich eine Methode, wo Silicon in den Muskel gespritzt wird. Zum Schluss rief Federico Goti zu ballastreicher Nahrung, genügendem Trinken und einem gesunden Mass an Analhygiene auf. Er gab zu bedenken, dass Pflanzensalben wie Kamille Ekzeme hervorrufen könnten. Ebenfalls allergische Komponenten können Seifen, Waschmittel, farbiges WC Papier aber auch Recycling-WC-Papier beinhalten. Praktisch seien Closomate, da das manchmal Verletzungen hervorrufende Reiben mit Papier wegfalle.
Text und Bild: Isabelle Kürsteiner

  
 
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