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Die Häuser

Walter Furrer beschrieb 1905 wie "man aus dem für die speziellen Zwecke einmal gegebenen Grundriss unter Anlehnung an die heimische Bauweise etwas architektonisch Einheitliches und Wirkungsvolles herauszukonstruiren [suchte]. Das konnten nur einfache, anspruchslose aber freundliche, heimelige Häuser sein."
"Wie das Appenzellerhaus seinen Giebel nach der Sonne wendet und mit seinen blitzenden Fensterreihen wie mit freundlich blickenden Augen in die grüne Welt hineinschaut, so möchten auch die Wohnungen dieser armen Insassen nicht die kalte, strenge Anstaltsschablone zeigen, sondern wie ihre Nachbarn auch fröhlich in die Lande hineinleuchten."

Für die Gestaltung des Äusseren war massgebend, dass alles Anstalts- und Kasernenmässige zu vermeiden und den Gebäuden der Stempel des Landhauscharakters aufzuprägen war. Dem wurde durch möglichsten Verzicht auf äussere Architectur, durch lebhaftere Gruppierung der Gebäude, durch reiche Abwechslung in den Tür- und Fensteröffnungen und durch die farbige Behandlung, sowie durch die Art der gärtnerischen Behandlung entsprochen". 
     

Haus I und II
Das Haus für Ruhige wurde bezeichnet als "...die beste Abteilung der Anstalt, wo die geordnetsten Elemente unter den Kranken, also namentlich auch die Reconvalescenten, sich aufhalten..."
Die Gebäude zeichnen sich an der Südfront durch zwei polygonale Erkerbauten aus, wie sie in der zeitgenössischen Villenarchitektur weit verbreitet waren. So wie in der Villa das Wohnzimmer sollten hier die Aufenthaltsräume der "Ruhigen" viel Licht und Luft erhalten. Im Westflügel (links) befand sich die Beobachtungsstation mit einer eigenen Veranda. Der Ostflügel beherbergte die Pensionärabteilung, in der vermögendere Kranke von einer intimeren Atmosphäre mit Einzel- und Zweierzimmern sowie eigenem Aufenthaltsraum und Speisezimmer profitieren konnten.

            
     

Haus III und IV
Die "Unruhigenhäuser" richten sich mit drei Giebeln gegen die Sonne. Der östliche Gebäudeteil (rechts) war für die "Halbruhigen" bestimmt, die im Erdgeschoss ihren Tagraum mit Veranda und darüber ihre Schlafsäle hatten. Im Mittelteil lag in gleicher Anordnung die Abteilung der Unruhigen und im westlichen Flügel befand sich im Erdgeschoss ein Wachsaal für bettlägerige Kranke.
In grösserer Anzahl als in den Ruhigenhäusern sind hier den Aufenthaltsräumen Isolierzellen und Baderäume angegliedert, um im Bedarfsfall einzelne Patienten separieren zu können.

   
     
Haus V und VI
Die kleineren "Infirmerien" für die "unreinen Kranken" hatten im Erdgeschoss einen "Wachsaal (überwacher Saal für Bettlägerige ) und daneben einen Tagraum über welchem der zugehörige Schlafraum lag. Sie kommen dem Ideal des freundlichen Landhauses am nächsten. Der geknickte Grundriss schmiegt sich dem Verlauf des Hügels an. Auf der dem Wetter ausgesetzten Nordseite ist das Dach bis auf das Erdgeschoss hinuntergezogen, wird aber durch den Treppenhausgiebel, den Eingang und die Fledermausgauben aufgelockert.
   
     
Haus VIII
Das Küchengebäude enthielt die Kochküche mit all ihren Zurichteräumen sowie die Waschküche mit einem Hängeraum im Dachgeschoss. Ausserdem waren hier einige Personalzimmer untergebracht. Der breite, runde Eingang kommt dem Jugendstil besonders nahe.
   
     
Haus IX
Das Verwaltungsgebäude passt sich mit dem geknickten Grundriss dem Gelände an, ist als repräsentatives Bauwerk aber symmetrisch konzipiert. Die beiden seitlich weit hinuntergezogenen Dächer beschirmen das Gebäude, das sich in der Mitte dafür mit der Treppe und den Veranden weit öffnet.
In den beiden Obergeschossen lagen die Wohnungen des Direktors und des Assistenzarztes.
   
     
Haus XIII
Das als Festsaal und Kapelle erbaute Gebäude hatte für Männer und Frauen getrennte Eingänge. Der helle Innenraum wird von einem weit gespannten und bemalten Holzgewölbe überfangen.
Die Farbigkeit der Wände und ein Jugendstilleuchter machten die Kapelle trotz der einfachen Konstruktion zu einem besonders stimmungsvollen Saal der Jahrhundertwende.
   
(aus "Optimierung und Erneuerung des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden")   


 
  
 
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